Archive

The Albert Schweitzer Archive is part of the TEEM Expedition Archive & Library holding numerous estates in the field of travel, expedition, exploration, missionary and naval history. With more than 10.000 different items relating to Albert Schweitzer such as letters, manuscripts, photos, books, movies, coins, medals, paintings etc. it is a great source for research and information on one of the most recognized man of the 20th century. 

Albert Schweitzer inspired many people with his missionary work in Lambarene which otherwise would have suffered the faith of an unknown village somewhere in the jungle. Today Lambarene is again endangered. The hospital has to fight with financial difficulties especially after the oil price dropped and the state of Gabon reduced the finacial support.

Lambarene is more than a hospital. It’s a symbol of humanity in a world of economical priorities, war, intollerance and hate. Therefore all needs to be done to keep the hospital alive. You can support this by making a donation. Every amount helps.

The Archive also trys to keep his ethics and philosophy alive. We accumulate all that was written or printed by or over Albert Schweitzer. You can use the menu in the header to nagigate the different categories.

We are continiously enlarging our archive with new material especially with autographs and real photographs. Please get in contact with us for an estimate if you want to sell or donate material relating to Albert Schweitzer and Lambarene.

Yours sincerely, 

The TEEM Archive TEAM

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Ein Leuchtturm

 

Es sind in diesem Monat 25 Jahre, dass das Urwaldhospital Lambarene besteht. Die kleine Missionsstadt am Ogowe mitten im französichen Kongogebiet ist der ganzen Welt bekannt geworden. Mit diesem sehr entlegenen Ort steht ein Teil Philosophie, Religionsforschung, Musikgeschichte, sogar ein Teil europäischer Musik gleichsam durch Personalunion in Verbindung. Im Hintergrund der Bücher, der Urwaldvorlesungen und der Konzertreisen Albert Schweitzers liegt immer das ferne Negerhospital. Aus einer Art Feldlazarett gegen Schlafkrankheit, Dysenterie, Aussatz und Frambösie ist durch unermüdliche Arbeit, verbunden mit Roden, Pflanzen und Bauen, ein geräumiges Hospital geworden, wo ein paar weiße Ärzte und Ärztinnen mit einer Schwar schwarzer Helfer nun bereits Tausenden von Menschen Hilfe gebracht haben, einerlei ob Flößern oder Bauern, Reisenden oder Händlern.

Als die Stadt Frankfurt im Jahre 1928 Albert Schweitzer den Goethepreis zuerkannte, galt die Ehrung einem in Sinne Goethes wahrhaft hilfreichen Menschen, der zugleich ein anerkannter Gelehrter ist. Ein Dichter sprach von dem Abendteuer dieses Lebens in einem Hörspiel: „Ein Mann erklärt einer Fliege den Krieg“. Die Bevökerung eines unermeßlichen, von Sumpfen und Wäldern bedeckten afrikanischen Landstrichs liebt jenen weißen Lehrer, der Kranke aufnimmt und zu heilen sucht, wenn auch nicht mit Zauberformeln und Wundermitteln. Schweitzer scheute sich nicht, alle Errungenschaften der modernen Laboratoriumsforschung in seine Wildnes kommen zu lassen und selber zu operieren.

Die Neger bedürfen der Bücher und des Orgelspiels nicht, um die Kraft und Freundlichkeit des Herzens zu verstehen, dem sie viel Hilfe zu verdanken haben. Albert Schweitzer ist vor 60 Jahren in Günzbach, einem Dorfe im Elsaß, geboren. „Mann muss dich dort im Münstertal unter Bauern gesehen haben, elsässisch-deutsch mit ihren redend, um zu verstehen, wie aus solchem echtem Volkstum letztes Menschtum erwachsen kann,“ schreibt ihm ein Landarzt aus dem Schwarzwald. Den Theologen und Musiker, der seine Urlaubsmonate mit Vorliebe im Elsaß oder im Hochschwarzwald verbringt, nennt der Freund einen Landarzt größeren Ausmaßes, der sich für seine Arbeit weite Landstriche eines fernen Erdteils erorberte. Jenes Urwaldspital, aus dem man immer wieder durch die „Briefe aus Lambarene“ Kunde erhält, war nicht selten in Gefahr, einem Mangel an Mitteln zu erliegen. Die zähe Arbeit Schweitzers und seiner Mitarbeiter hat das Werk aufrecht erhaltebm zugleich aber auch ein nie ganz versiegender Zustrom freiwilliger Gaben. Als eine große amerikanische Stiftung sich bereit erklärte, das Werk zu finanzieren, lehte Schweitzer es ab. Er zog es vor, daß sein Werk von den eigenen Mühen und von den einzelnen, noch so bescheidenen Gaben derer getragen werde, denen diese Opfer einen freiwilligen Dank für die erfahrene ärztliche Hilfe bedeuten.

In einem Bericht wird erzählt, wie Schweitzer ohne Ärztin und eine Pflegerin mit nur wenigen schwarzen Trägern Hunderte von Kilometer weit durch den Urwald aussandte, um einzelnen Dörfern Hilfe zu bringen. Nicht einen Augenblick brauchte man um die Frauen Sorge zu haben. Dorfhäuptlinge senden nach dem weißen Arzt und bitten ihn, in ihr Gebiet zu kommen, weil viele, die in Lambarene, nicht nur geheilt, sondern auch als bessere Menschen zurück kämen. Wir wissen nicht, was das Urwaldhospital einmal bedeuten wird. Diese kleine Missionsstation ist der Außenposten Eurpoas, das noch immer große Lehrer hervorbringt.

Sie ist wie ein Leuchtturm am Rande eines dunklen Meeres, das wohl noch groß und ruhig daliegt, doch zuweilen von drohenden Windstößen gekräuselt ist.

Alfons Paquet

(Frankfurter Zeitung, 21.4.1938)